Zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule
Viele Kinder zeigen eine große Vorfreude auf den Schulbeginn. Das Thema Schule wird zunehmend Inhalt von Spielen und Gesprächen, in denen die Kinder ihre Erwartungen aber auch ihre Fragen und Bedürfnisse vorbringen. So bereiten sie sich in eigener und besonderer Weise auf diesen neuen Lebensabschnitt vor.
Lernen kann als ein lebenslanger Prozess verstanden werden, der mit dem Menschsein verbunden ist. So hat das Lernen des Kindes schon lange vor der Schulzeit begonnen und der Tag der Einschulung ist die bewusste Fortsetzung von Lernprozessen.
In der Kindergartenzeit hat das Kind schon viele wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten in der Gemeinschaft mit anderen Kindern unter Anleitung von Erzieherinnen und Erziehern erfahren, die von der Grundschule aufgenommen und weiterentwickelt werden können.
So erklärt sich auch die Bedeutung frühkindlicher Lerninhalte für schulische Bildungsprozesse, was sich aktuell in einer bildungsorientierten, inhaltlichen und organisatorisch-strukturellen Abstimmung zwischen dem Elementar- und dem Primarbereich äußert. Hieraus entwickelt sich eine pädagogische Hauptaufgabe, Lernfähigkeit (weiter) zu entwickeln und eine Harmonisierung zwischen den Voraussetzungen der Kinder und den schulischen Anforderungen vorzunehmen. Dadurch versucht die Grundschule von Anfang an, den individuellen Bedürfnissen des Kindes zu begegnen.
Der Bereich „Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule“ ist hierbei ein zentraler Baustein unserer grundschulpädagogischen Konzeptentwicklung, da wir die Bedeutung der frühen Bildung für die Kindheit im Sinne eines lebensbegleitenden Lernens als sehr wichtig und grundlegend erachten.
Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule
Kindergärten und Grundschulen haben gemeinsame pädagogische Grundlagen, die die Arbeit der beiden Institutionen in ihren Zielsetzungen und Konzeptionen prägen, die sich aber auch dadurch ergänzen und differenzieren, dass sie Kinder in verschiedenen Entwicklungsphasen wahrnehmen, begleiten und unterstützen.
Im Bewusstsein, jedem Kind einen erfolgreichen Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu ermöglichen, erachten wir die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule in der Gestaltung und Entwicklung anschlussfähiger Bildungsgänge als einen wichtigen Baustein unserer grundschulpädagogischen Arbeit, der dem Wohle des Kindes dienen soll.
Auf dem Weg zur Einschulung
In einem Gespräch mit dem Kind soll ein erster persönlicher Kontakt zwischen Kind und Schule aufgebaut werden. Zudem soll der Besuch zeigen, ob das Kind über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt, oder diese ggf. durch die Teilnahme an einem „Vorlaufkurs“ verbessert werden sollten.
An einem besonders gestalteten Vormittag werden die Kinder von Lehrkräften betreut, wobei sie gemeinsam kleine Aufgaben lösen können, basteln, singen und gemeinsam frühstücken.
An einem Nachmittag kommen die zukünftigen Schulkinder mit ihren Eltern in die Grundschule und lernen ihr Patenkind aus der dritten Klasse kennen. Mit ihm erkunden sie den neuen Lern- und Lebensraum durch gemeinsames Spielen und Entdecken.
Zum Lernen in der Grundschule
Die Grundschule prägt als erste Schulstufe das Kind in einem Alter hoher Lernfähigkeit für seinen weiteren Lebens- und Bildungsweg. Sie will den Mädchen und Jungen helfen, sich auf ihre Weise mit der Umwelt auseinander zu setzen und ihre Kräfte und Fähigkeiten in einer gelebten Gegenwart auszubilden. Von besonderer Bedeutung für das Lernen in der Grundschule sind hierbei Erfahrungen, die aus gedeuteten Erlebnissen erwachsen, wobei die Lehrkraft durch die Beobachtung, Strukturierung, Gestaltung und Entwicklung elementarer Lernprozesse dem Kind hierzu verhelfen
Pädagogisches Handeln kann als ein nachhaltiges, ganzheitliches und prozessorientiertes Geschehen gedeutet werden, welches das Kind in das Zentrum unserer pädagogischen Verantwortlichkeit stellt. Diese Prozesse bedürfen einer besonderen pädagogischen Beachtung und Betreuung innerhalb eines Unterstützungssystems (Kindergarten, Eltern, Grundschule), damit Kinder diese Veränderungen erfolgreich für sich bewältigen können.
Hierbei ist es wichtig, unter sich verändernden Lebensbedingungen die Lebens- und Lernfreude der Kinder zu erhalten, zu stärken und weiterzuentwickeln, damit sie ihre Ideen, Ziele, Wünsche und Träume verwirklichen und verantworten können, in der Erfahrung einer Gemeinschaft und im „Miteinander-Lernen“.
Alle an diesem Prozess mitwirkenden Personen können helfen, dass der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule von dem Kind als ein angenehmer, angstfreier und erfolgreicher Entwicklungsschritt empfunden wird, der ihm Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gibt und seine Lebens- und Lernfreude stärkt.
Es ist unser Wunsch, dass sich Eltern, Grundschule und Kindergarten gemeinsam in der Verwirklichung eines Bildungs- und Erziehungsauftrages zum Wohle des Kindes helfen, begleiten und unterstützen.